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Einführung:

Eins meiner vielen Sammelgebiete umfasst das der Deutschen Feldblusen.

Da ich im laufe der Jahre selber sehr viel in Büchern gelesen habe und im Internet suchen musste um entsprechende Informationen über mein Sammelgebiet zu erlangen, möchte ich diese Informationen und meine eigenen Erfahrungen nun auf dem Weg hier über diese Website weitergeben. 

Die nachfolgenden Bezeichnungen M34, M36, M40, etc. sind Kunstwörter die von der Sammlern "erfunden" wurden da es offiziell keine eigentlichen Modellbezeichungen der einzelnen Feldblusen gab.

Die Entwicklung der kammermäßigen Feldbluse:

Die Feldbluse ist die Uniform schlechthin im zweiten Weltkrieg. Der Name "Feldbluse" erklärt sich durch den weiten blusigen Schnitt. Durch den Schnitt der Feldbluse wurde dem Soldaten eine große Bewegungsfreiheit eingeräumt. Die kammermäßigen Feldblusen waren für Offiziere nicht vorgesehen. Offiziere waren sogenannte "Selbsteinkleider", das bedeutet durch Ihren Sold und Zulagen waren sie nicht berechtigt Kleiderstücke aus der Kammer zu beziehen, diese Kleiderstücke wurden entweder priv. beim Schneider oder bei der Offizierskleiderkasse bestellt und selber bezahlt. Offiziere konnten aber auch durchaus kammermäßige Stücke besitzen, diese mussten aber priv. bezahlt werden. Unteroffizieren und Mannschaften war es auch gestattet sich auf eigene Kosten Uniformen z.B. nach Maß anfertigen zu lassen, diese durften aber nur außerhalb des Dienstes getragen werden.

 

1933/1934

Die eigentliche Feldbluse wurde auf Grundlagen und Prüfungen des Reichheeres übernommen, bzw. entwickelt und am 1.4.1933 eingeführt. Das Grundmodell war eine Jacke mit vier aufgesetzten Taschen mit Quetschfalten die jeweils durch 19mm im Durchmesser gekörnte Knöpfe geschlossen wurde, fünf gekörnte Knöpfe vorne auf der Knopfleiste, einen grünblauen Uniformtuch/Besatztuch besetzter Kragen und die Schulterstücke waren gesäumt (eingenäht) und ebenfalls mit einem blaugrünen Besatztuch. Das Grundtuch der Feldbluse war ein grün/grauer Lodenartiger Wollstoff. 1934 wurde erstmalig innen ein Stoffstreifen eingeführt, der herausnehmbar in die Feldbluse integrierbar war um die Koppeltragehilfe (eigentlich Schnürlöcher für die Seitenhaken) zu verbessern.

1936

Auf Grundlage der 1933/1934 entwickelten Feldbluse wurde die M36 wohl eine der bekanntesten Feldblusen eingeführt, der Unterschied zur 1933/1934 eingeführten Feldbluse lag eher im Detail wie z.B. ein verändertes Innenfutter. Die Innenfutter wurde am 15.12.1936 zur Verbesserung der Haltbarkeit der Feldbluse eingeführt. Die Schulterklappen waren ab dem Zeitpunkt abnehmbar.

1940

"M40" Mit der Einführung der "M40" (diese Modellbezeichnungen z.B. M36 sind keine Offiziellen Modellbezeichnungen, sondern von Sammlern erfundene Bezeichnungen) fiel das dunkelgrüne Grundtuch am Kragen weg und die Feldbluse hatte nur noch das normale Tuch der Feldbluse. Leichte Änderungen an der Stoffqualität kamen hinzu. 

1941

"M41" Mit der im Mai 1941 eingeführten Feldbluse wurde bei der "M41" ein sechster Knopf an der Knopfleiste hinzugefügt um die Feldbluse "dichter" zu schließen.

1942

Mit der M42 fielen schließlich die Quetschfalten auf den Taschen weg. Die Stoffstreifen die innen herausnehmbar in die Feldbluse integrierbar waren um die Koppeltragehilfe zu verbessern fielen auch weg. Stattdessen wurden Stoffstreifen im Innenfutter der Bluse festvernäht bzw. Integriert. 

1943

"M43" Die Brusttaschen wurden größer und die geschweiften Taschenklappen fielen weg und wurden durch gerade geschnittene ersetzt. Man verzichtete auf aufwendige Produktionsverfahren und nähte z.B. Taschen und auch Brustadler durch das Innenfutter. Das Material wurde im laufe des Krieges durch Rohstoffknappheit und Einsparungen immer schlechter und die Farben schwankten zwischen einem
Feldgrün, dunkel Grau, Graugrün...usw. Die Feldbluse selber bestand nur noch aus einem geringen Prozentsatz Wolle der Rest war Stoffabfall aus dem Reißwolf und Kunstfasern. Dies machte auch den Landsern zu schaffen da z.B. die Wärmeisolation bei weitem nicht mehr die der Vorgängermodelle erzielte. Die ausgegebenen Stücke machten erst mal einen besseren Eindruck auf die Landser dies war aber nur deshalb, weil das bisschen an Wollanteil durch die Fertigung nach „außen“ gedrückt worden war, dieser Wollanteil nutzte sich aber schnell ab.

1944/45

Die "M44" wurde im September 1944 eingeführt. Kriegsbedingt durch die Rohstofflage und der durch Vereinfachung der Produktion wurde im September 1944 eine vereinfachte Feldbluse auf Basis des "British army Battledress" . Die Feldbluse war aus minderwertigen Material der Wollanteil bestand zum größten Teil aus Recycelten Materialien und Rayon und Cellulose.  Die Feldbluse hatte nur noch 2 statt wie bisher 4 Brusttaschen. Dies Feldblusen wurden ebenso wie die M45  fast ausschließlich an neu aufgestellte Einheiten oder an neue Rekruten ausgegeben. 

p.s. die Feldblusen wurden je nach Geschmack, auch während des Krieges von einigen Trägern abgeändert: Spitzer Kragen, Abzeichentuch auf dem Kragen z.B. bei einer M43, tailliert, gekürzt usw. 

Bilder Produktion von Uniformen in verarbeitenden Betrieben

Uniformlager

Uniformstickerei

Produktion von Uniformen... (siehe original Text)

Die Vorschriften über die Bekleidung finden sich in  Heeresdienstvorschriften (H.Dv.), Heeresverordnungs-Blättern (Armee Richtlinien und Anweisungen Rundschreiben -abgekürzt als "HV-Blatt"), und Allgemeine Heeresmitteilungen (HM).

z.B. im:

HM 1934, Nr. 136, “Verwendung der Feldbluse zum Ausgehanzug,” 10 Dezember 1934.

HV-Blatt 1936, Nr. 349, “Bekleidung,” 31 März 1936.

HM 1935, Nr. 505, “Bekleidung,” 10 September 1935.

HV-Blatt 1936, Nr. 1245, “Feldbluse,” 15 Dezember 1936.

HV-Blatt 1938B, Nr. 452, “Änderung der Doppellitzen usw. zur Feldbluse für Unteroffiziere und Mannschaften,” 26 November 1938.

HM 1940, Nr. 554, “Dienstgradabzeichen für Unteroffiziere und Mannschaftten,” 25 April 1940.

HM 1941, Nr. 558, “Änderung des Schnittes der Feldbluse usw.,” 26 Mai 1941.

HM 1943, Nr. 364, “Einsparungen an Bekleidung und Ausrüstung,” 1 April 1943.

HM 1944, Nr. 603, “Neue Uniform,” 25 September 1944.

HV-Blatt 1937, Nr. 926, “Feldbluse für Offiziere”

HV-Blatt 1937B, Nr. 1324, “Feldbluse für Offiziere,” 30 Oktober 1937.

HM 1937, Nr. 157, “Anzug der Offiziere, Oberfähnriche und Wehrmachtbeamten (Heer),” 31 März 1937.

HM 1942, Nr. 795, “Trageweise der Feldbluse,” 31 August 1942.

Nicht alle Änderungen wurden in Heeresverordnungsbättern veröffentlicht, trotzdem wurden die Lieferanten und Depos von den jeweiligen Änderungen unterrichtet, dies konnte aber bis zur eigentlichen Herstellung dauern da der Fertigungsprozess entsprechned umgebaut werden musste, deshalb konnte es vorkommen das eine z.B. M42 einen Stempel von 1943 besitzt. 

Bild Kompanieschneider

Eigentumstück, man beachte die eingelassenen Taschen

 

verschiedene Feldblusen von M36 bis M42 im Feld.

Kritik und Anregungen können Sie über Kontakt an mich weitergeben.